Qualifikation der Dolmetschenden

Die interkulturell Dolmetschenden haben in der Regel selbst einen Migrationshintergrund und verfügen deshalb über fundierte Kenntnisse über die Lebenswirklichkeit im Herkunftsland und in der Aufnahmegesellschaft. Sie haben dank ihrer Ausbildung Kenntnisse in den verschiedenen Einsatzbereichen und können diese mit ihrer eigenen Migrationserfahrung, mit jener anderer Migrantinnen und Migranten und mit den Strukturen der Herkunftsländer in Zusammenhang bringen. Diese Kenntnisse verleihen ihnen eine besondere Sensibilität für potenzielle Schwierigkeiten und Missverständnisse in der interkulturellen Kommunikation und sind integrierender Bestandteil ihres Berufsprofils.

Die bei "se comprendre – Verständigung für alle" angestellten Dolmetschenden sind an einen Berufskodex gebunden, der Regeln für ihre Arbeit aufstellt. Der Kodex definiert ihre berufliche Stellung und bewirkt eine erhöhte Transparenz in der Beziehung zwischen Vermittlungsstelle, Kunden und Dolmetschenden. Er enthält ethische und berufliche Grundsätze sowie die Rechte und Pflichten der interkulturell Dolmetschenden.

Die Dolmetschenden von "se comprendre – Verständigung für alle" sind qualifizierte Fachpersonen. Sie haben alle eine gemeinsame obligatorische Grundausbildung absolviert. Ausserdem bietet ihnen "se comprendre –Verständigung für alle" jedes Jahr spezifische Weiterbildungen an. Dolmetschenden, die eine gewisse Anzahl Einsatzstunden geleistet haben, wird zudem sehr empfohlen, die Zertifikatausbildung in Angriff zu nehmen. Danach können sie ihre Ausbildung bis zum eidgenössischen Fachausweis weiterführen.

 

Übersetzungshilfen und Spontandolmetscher/innen

Aus praktischen Gründen kann es manchmal nützlich sein, in unvorhergesehenen Situationen Personen dolmetschen zu lassen, die verfügbar sind und die benötigte Sprache beherrschen. Dabei handelt es sich oft um Angehörige der betroffenen Person. Diese Hilfspersonen leisten in dringenden Situationen wertvolle Dienste. Sie sind aber nicht ausgebildet und deshalb dieser Rolle nicht gewachsen. Sie verfügen weder über Dolmetschtechniken, noch leisten sie Gewähr für die Einhaltung des Berufsgeheimnisses oder für eine vollständige und unparteiische Übersetzung.

Obwohl es naheliegend erscheinen mag, wird dringend davon abgeraten, Kinder und Jugendliche als Übersetzungshilfen einzusetzen. Angesichts des Konflikts, der sich aus den gegensätzlichen Rollen der Dolmetschaufgabe und der Position in der Familie ergibt, sollte diese Option um jeden Preis vermieden werden.

Nicht selten gibt es in manchen Institutionen und Behörden Mitarbeitende, die selbst über Kompetenzen in verschiedenen Sprachen verfügen und die Dolmetschrolle übernehmen. Diese Lösung kann in einfachen Gesprächen, in denen keine "schwerwiegenden" Themen behandelt werden, angebracht sein. Allerdings sollte der oder die betreffende Mitarbeitende für das Dolmetschen geschult worden sein. Da in solchen Fällen ein Rollenkonflikt auftreten kann und die Qualitätssicherung nicht gewährleistet ist, ist dabei grosse Vorsicht geboten.

 

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